Region & Umwelt

Die Asse, Schacht Konrad und das Atommüllager Morsleben liegen vor unserer Haustür. Das bedeutet, dass unsere Region mehr als andere ständig an die Notwendigkeit zur Energiewende erinnert wird. Dies bedeutet vor allem, für einen sparsamen Verbrauch von Ressourcen zu sorgen, aber auch den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energieträger voranzutreiben.

 

Wir Grüne halten ein schnelles Umsteuern zu weniger Ressourcenverbrauch, mehr regionalen Wirtschaftskreisläufen und einer deutlich höheren industriellen Wiederverwertungsquote gebrauchter Wertstoffe für möglich und nötig. Auf dem Weg dahin brauchen wir eine Bodenabbau-Abgabe, die einen sparsamen Verbrauch und stärkere Anreize zum Recycling bei unseren endlichen Bodenschätzen durchsetzt. Wir wollen einen landesweiten Altlasten-Fonds für Kommunen und Privatpersonen, die unschuldig in den Besitz von belasteten Grundstücken gelangt sind. An diesem soll sich die Wirtschaft ebenfalls beteiligen. Dabei geht es um Mitverantwortung von VerursacherInnen, aber auch um das gemeinsame Interesse von Kommunen und Wirtschaft an der Nachnutzung von Flächen und um Risikominderung für kommende Generationen.

Wir wollen die Instrumente der Raumordnung ausbauen, um auch unterirdische Nutzungskonflikte zu minimieren. Die oberirdische Raumordnung wollen wir um ein Flächen-Management mit landesweiten Versiegelungs- und Leitungstrassen-Katastern erweitern, um ein sparsames Bauen zu fördern. Zur Begrenzung und Steuerung der Flächen für nachwachsende Rohstoffe werden wir regionale Obergrenzen festschreiben.
Grünes Ziel ist der vollständige Umbau unserer Energieerzeugung auf 100 % erneuerbare Energien. Dies wird nur gelingen, wenn wir mindestens die Hälfte unseres derzeitigen Energieverbrauchs einsparen. ein weiterer Fokus muss auf einer dezentralen Energieversorgung liegen. Energiewende bedeutet für uns auch, weg vom Öl und hin zu einer autarken Energieversorgung zu kommen, die uns unabhängig von internationalen Preisschwankungen und Konflikten macht.
Mit unserer neu zu schaffenden Niedersächsischen Klimaschutz- und Effizienzagentur wollen wir Kommunen, Unternehmen und Privatleute beraten und beim Ressourcen- und Klimaschutz unterstützen. Ein Niedersächsisches Klimaschutz- und Energie-Einspargesetz soll mit klaren Zielen und Maßnahmen zentraler Hebel der Landespolitik werden.
Windenergie wird in der postfossilen Energieversorgung in Niedersachsen den größten Beitrag liefern. Unter strenger Beachtung der Naturschutzziele wollen wir daher die Potenziale der Windenergie besser nutzen. Dazu wollen wir die Ausweitung neuer Standorte und das Ersetzen alter Anlagen durch moderne Neuanlagen mit höheren Wirkungsgraden und leiserer Technik fördern.
Die Stromproduktion aus Solarmodulen wird ebenfalls einen erheblichen Beitrag zur Energieversorgung liefern. Wir wollen die Sonnenenergie überwiegend auf Dachflächen, Industriebrachen oder überdachten Parkplätzen nutzen. Den Verbrauch von Grünland-, Acker- und unversiegelten Naturflächen für Freiflächenanlagen halten wir nicht für förderwürdig.
Biogasanlagen können eine besondere Rolle bei der Netzstabilität einnehmen. Wir wollen, dass in Biogasanlagen überwiegend Reststoffe wie Gülle, Mist und Grünschnitt verwendet werden. Hohen Maisanbau lehnen wir ab. Der Anbau von Energiepflanzen soll 20% der Anbaufläche in keiner Region überschreiten. Nahrungsmittelerzeugung und Naturschutz haben Vorrang. Importe, insbesondere von Palmöl aus ehemaligen Regenwaldgebieten, lehnen wir ab.
Die Methode "Fracking" zur unkonventionellen Gasförderung werden wir stoppen. Bei dieser Methode werden giftige und krebserregende Chemikalien verwendet, die eine Gefahr für das Grundwasser darstellen. Das Verfahren ist unökologisch und energieintensiv und damit eine Gefahr für Menschen und Umwelt.

Copyright © Sybille Mattfeldt Kloth 2017

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